Vortrag bei der internationalen Konferenz zum Thema „Die Musikwelt der Jahrmärkte in Europa, 19.- 21. Jahrhundert“ im April 2026 in Fribourg/ Schweiz.
Margit Ramus – Kulturgut Volksfest gUG, Universität Bonn
Dr. Margit Ramus ist seit langen Jahren erfolgreich, sowohl als Schaustellerin, als auch als Kunsthistorikerin und Bewahrerin des Volksfestes als Kulturgut. Sie promovierte an der Friedrich-Weilhelm-Universität Bonn über die „Architektur und Dekoration von Schaustellergeschäften“. Seit 10 Jahren betreibt sie die wissenschaftliche Enzyklopädie / ein digitales Archiv , das ca. 50.000 Besuche aus aller Welt pro Jahr verzeichnet. Es deckt alle Bereiche der Volksfest- und Schaustellerkultur in Deutschland ab, von Ursprung und Bedeutung der einzelnen Feste über das Leben und Arbeiten der Schaustellerfamilien zu den vielfältigen Schaustellergeschäften mit ihrer kunsthistorischen Relevanz, ihren Herstellern und Malern. All dies ist reich bebildert, so dass sich eine breite Zielgruppe angesprochen fühlt. www.kulturgut-volksfest.de
Visuelle Gestaltung und Architektur deutscher Jahrmärkte
Exposé
Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ist die Volksfest-Kultur Spiegel unserer Gesellschaft vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Seit Jahrhunderten kommen die Menschen zum alljährlich wiederkehrenden Volksfest zusammen. Charakteristisch sind dabei die Belustigung und Unterhaltung der Bevölkerung sowie die Möglichkeit zum multikulturellen Austausch. Die Tradition der Festfolge, z.B. mit Festzug und Fassanstich, verbindet Menschen aller Nationen.
Die Gründungen der Volksfeste gehen häufig bis ins Mittelalter zurück und je nach Ursprung weisen sie verschiedene Festformen und Bezeichnungen auf und bewahren das Andenken an Kirchweihen, Heiligenverehrungen, Patronatsfeste oder uralte Märkte.
Auf Jahrmärkten wurden damals alle technischen Errungenschaften vorgestellt wie der Guckkasten, die Laterna Magica, der Kinematograph sowie mechanische Musikinstrumente. Nicht zu vergessen, dass die Drehorgel die Moritatenmalern und Bänkelsänger begleitete. Später musste das Grammophon dem zeitgenössischen Plattenspieler weichen und heute werden die neusten Hits aus aller Welt über die Sound-Anlage digital übertragen.
Auch wenn vieles in Vergessenheit geraten ist, haben die Volksfeste bis heute nie ihren Reiz und Charme verloren und es gelang, die Balance zwischen Tradition und Fortschritt zu halten, wobei die Industrialisierung zur modernen Ausprägung der Feste mit ihren technischen Innovationen führte. Interessant ist auch, dass auf kleinstem Raum alle Bauformen der klassischen Architektur zu sehen sind und die Malerei an den Schaustellergeschäften einen Bezug zur bildenden Kunst vom Barock bis zur Moderne zeigen.
Letztendlich tragen die Schaustellerinnen und Schausteller erheblich zur Technik und kunstvollen Ausstattung der Attraktionen auf dem Festplatz bei. Ohne sie sind die modernen Volksfeste nicht denkbar!
Hier können Sie den kompletten Vortrag nachlesen und die Power Point Präsentation als PDF Datei einsehen:
24.04.2026 Vortrag Deutsche Fassung
24.04.2026 Vortrag englische Übersetzung
24.04.2026 Fribourg Visuelle Gestaltung und Architektur deutscher Jahrmärkte
