Donaureise mit der AROSA

Donaureise mit der AROSA 2018.
Foto © Archiv Margit Ramus

Kunst und Kultur entlang der Donau mit den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig

Freitag, 8. Juni    Köln – Würzburg – Bayrischer Wald (Bernried)

Kurz nach 8 Uhr startete unser Bus von Köln/Komödienstraße Richtung Würzburg. Es war eine kleine Gruppe. Barbara Streit unsere sympathische  Reiseleiterin, zwei Ehepaare, Dr. Westfehling mit seiner Frau Maxi, sowie 10 weitere Damen, insgesamt nur 17 Personen.

Gleich zu Beginn unserer Anreise zur Donau gab es eine Überraschung als unsere Reiseleiterin Frau Streit für jeden Gast eine Tüte mit einem warmen Croissant und eine Laugenbrezel austeilte.
Kurz vor Frankfurt machten wir Pause an einer Autobahnraststätte und ein Cappuccino für 4,19 € rundete das kleine Frühstück ab.
Unser erstes Ziel war Würzburg. Wir besuchten die Würzburger Residenz, eines der bedeutendsten Schlösser Europas. Die ehemalige Residenz der Würzburger Fürstbischöfe, deren Rohbau zwischen 1720 und 1744 entstanden ist und bis 1780 fertig ausgestattet war, gehört zu den bedeutendsten Schlossanlagen Europas und wurde 1981 zum Weltkulturgut von der UNESCO anerkannt.
Der damals noch junge Architekt Balthasar Neumann wurde vom ersten Bauherrn, Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn für die Planung beauftragt. Die Arbeiten der Fresken im weltberühmten Treppenhaus, der Kaisersaal und vieles mehr wurden später von Fürstbischof von Würzburg, Carl Philipp Reichsfreiherr von Greiffenclau zu Vollrahts, dem Venezianer Giovanni Battista Tiepolo übertragen. 

1945 wurde das Schloss durch einen Brand stark zerstört. Seit der Fertigstellung des Wiederaufbaus im Jahre 1987 können 40 Schloßräume von der Öffentlichkeit besichtigt werden.

Nach diesem ersten Kunstgenuss machten wir auf der Autobahn eine Mittagspause. Dann ging es weiter durch den Freitagnachmittagsverkehr bis nach Bernried im Bayrischen Wald. Ein wunderschön in der Natur gelegenes Hotel, der Reblinger Hof erwartete uns. Reizende Zimmer und ein leckeres dreigängiges Menü (Karottenrahmsuppe, ….) rundeten diesen ersten Tag ab.

Samstag, 9. Juni       Bayrischer Wald (Bernried) – Passau – AROSA BELLA

Nach einem reichhaltigen Frühstück verließen wir den Bayrischen Wald und fuhren nach Passau, die Grenzstadt zu Österreich auch die Drei-Flüsse-Stadt an Donau — Inn — Ilz gelegen, genannt. 
Während der Fahrt gab uns Dr. Westfehling spannende Einblicke in die Geschichte Österreichs und die jahrhundertelange Bindung zu Deutschland.
Passau war nach einem Stadtbrand im 17. Jahrhundert von den italienischen Barockmeistern Carlo Lurago, Giovanni Battista Carlone und anderer Künstlern zur Kunst- und Kulturstadt geschaffen worden. Glücklicherweise wurde Passau im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört.

In Passau angekommen stiegen wir in unmittelbarer Nähe zum Rathausplatz aus. Wir durchquerten die Höllgasse auch Künstlergasse genannt. Der Himmel war noch bewölkt, aber es würde ein warmer Tag werden. Schon jetzt am Morgen pulsierte die Stadt und viele Menschen saßen in den unzähligen Gartenlokalen in der ganzen Altstadt. Wir machten einen großzügigen Rundgang durch die verwinkelten Gassen, über malerische Plätze zu dem barocken Stephansdom. 
Im Dom fand gerade ein Orgelkonzert statt, sodass wir erst eine Mittagspause einlegten und im Schatten vom Dom eine kleine Köstlichkeit (warmen Ziegenkäse auf buntem Salat) zu uns nahmen. Da sich niemand von den riesigen Eisbechern, die an die Nachbartische serviert wurden verlocken ließ, fiel mir der Verzicht ein wenig leichter und ich dachte an die vielen schönen engen Röcke, Kleider und Hosen in meinem Gepäck, die mir auf meiner Reise nach Italien schon nach zwei Tagen nicht mehr gepasst hatten. 
Inzwischen war keine Wolke mehr am Himmel, 30° Hitze und die Sonne brannte gnadenlos auf uns. Wir besuchten das Kloster Niedernburg mit dem Grab der „Seligen Gisela“, streiften die historische Hofapotheke und andere Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen gemütlichen Altstadt von Passau.

Bevor wir uns auf den Weg zum Bus machten, der uns nach Engelhartszell zur AROSA bringen würde, besuchten wir den inzwischen wieder geöffneten barocken Dom mit der fünf-größten Dom-Orgel der Welt mit 17.974 Pfeifen.
Giovanni Battista Carlone hatte nach dem Wiederaufbau des ausgebrannten Dom nach 1662 die Hauptfresken gearbeitet.

                                                                                                            
Dann war es soweit und wir erreichten das Schiff, die AROSA Bella. Ein gepflegtes großzügig angelegtes Schiff mit freundlichem Personal erwartete uns. Es war um einige Klassen besser als die AROSA, mit der ich im März mit den Wormser Frauen nach Antwerpen gefahren war.

Nach der Sicherheitsbelehrung trafen wir uns um 18 Uhr 30 zum ersten Abendessen auf dem Schiff. Es schmeckte köstlich…
Danach saßen wir noch eine Weile am Heck, tranken Wein und genossen den wunderbaren lauen Sommerabend. Auf dem Wasser bei leichter Brise war die Temperatur erträglich.
Aber meine Stimmung war getrübt, denn während des Essens hatte ich erfahren, dass der Bruder meiner Mutter heute nach einer langen Krankheit gestorben war. Ich dachte im ersten Augenblick daran meine Reise abzubrechen. Aber ich würde nichts mehr ändern können und bis zur Beerdigung würde ich sicher zurück sein. Ich war traurig.

Sonntag 10. Juni       Wien

In der vergangenen Nacht hatte ich nicht gut geschlafen. Musste immer wieder an meinen Onkel denken. Dann beschloss ich die trüben Gedanken zu beenden und dem strahlenden Sonnentag in Wien entgegenzublicken. 
Wir nahmen unser Frühstück in einem für unsere Gruppe für die ganze Reise reservierten Bereich im Speisesaal ein.
Danach hatten wir Freizeit und einige Damen und ich beschlossen das Sonnendeck zu genießen. Bei wunderschönem Wetter fuhren wir durch die zauberhafte Donaulandschaft. Es war angenehm auf dem Oberdeck, nur wenige Reisende nutzten die Liegestühle. Wir ließen Melk, Dürnstein und Tulln an uns vorbeiziehen. Gegen Mittag erreichten wir Wien und nach dem Mittagessen verließen wir das Schiff zu unserem ersten „Landgang“.

In Wien begannen wir mit einer Stadtrundfahrt, die uns über die etwa 5 km lange Ringstraße führte. Auch wenn man alles schon bei früheren Besuchen gesehen hat, beeindrucken die Monumentalbauten des 19. Jahrhunderts jedes Mal aufs Neue. 
Der Bus war für unsere Gruppe reserviert, sodass wir uns nicht an ein offizielles Programm gebunden waren, sondern individuell unsere Stadtrundfahrt unterbrechen konnten. Voller Vorfreude streiften wir das Parlament, das Rathaus, die Börse, die Hofburg, die Universität Wiens, die Wiener Staatsoper, das Burgtheater, die Postsparkasse, die Votivkirche und einige Museen, das Kunsthistorische Museum, das Naturwissenschaftliche Museum, das MAK – Museum für angewandte Kunst sowie das Museums Quartier. Ein Blick fiel auch auf die wunderschönen Metrostationen von Otto Wagner.

Wir verließen den Bus und nach einem kurzen Fußweg erreichten wir den Stephansdom. Seine Gesamtlänge beträgt 107 Meter und die Breite 34 Meter, die Höhe des Langhauses 38,9 Meter und mit 136,7 m Höhe ist der Südturm der dritthöchste Turm Europas. Die Westfassade mit den beiden Heidentürmen des gotischen Doms sind Überreste des spätromanischen Vorgängerbaus.
Es war Sonntagnachmittag und trotz starker Hitze bei stahlblauem Himmel tummelten sich Menschen aller Couleur und Nationalität, Junge und Alte und viele Familien mit Kindern auf dem Domplatz. Vor den Eiscafés hatten sich Menschenschlangen gebildet und trotzdem lag eine Gemütlichkeit in der lebensvollen Innenstadt.
Nach einer individuellen Besichtigung des überfüllten Doms, trafen einige unserer Gruppe mit einem köstlichen “kalorienfreien“ Eis auf der Hand am vereinbarten Treffpunkt ein.

Leider gehörte der Prater nicht zu unserem umfangreichen Programm, obwohl er als Wahrzeichen von Wien gilt und wir während unseres Aufenthaltes in Wien das berühmte Riesenrad immer mal in der Ferne sahen. Deshalb hier ein kleiner Exkurs:
Zur Weltausstellung 1893 in Chicago war das erste Riesenrad von dem Amerikaner George W.G. Ferris aufgestellt worden. Man wollte es der Sensation vom Eifelturm zur Pariser Weltausstellung 1889 gleichtun. Es wurden vier weitere Räder in London von dem Engländer Walter B. Basset gebaut, 1894 eins für London, 1897 eins für den Wiener Prater und 1898 je eines für Berlin und Paris. Alle Räder wurden irgendwann wieder verschrottet, außer das Rad im Wiener Prater. Das Wiener Rad hat eine Höhe von 61 Meter, mit ursprünglichen 30 Waggons für je 30 Fahrgäste, wurde es von zwei 25 PS starken Elektromotoren angetrieben. Es kostete damals 1.300.000 Mark. Durch Kriegseinwirkungen wurden alle Gondeln zerstört und später nur noch 15  restauriert und aufgehängt. Heute ist es wieder in Betrieb.

Als Abschluss dieses Tages war ein besonderes „Schmankerl“ des Wien Besuchs angekündigt worden. Wir bekamen eine Sonderöffnung und Führung im privaten, neu eingerichteten Museum „Der Dritte Mann“
Es war als Überraschung angekündigt und wir waren alle überrascht! 
Anfang der 1990er Jahre begannen Karin Höfler und Gerhard Strassgschwandtner Exponate, Plakate von Premieren, Standfotos, Pressefotos, Filmmusik und vieles mehr von dem Filmklassiker Der Dritte Mann zu sammeln. 
Gerhard Strassgschwandtner erzählte voller Emotionen, dass er verwundert gewesen sei, so viel Material angeboten zu bekommen. Deshalb sei die Gründung eines Museums schon bald zum Lebensinhalt geworden. 
Schwerpunkt der Ausstellung ist inzwischen der historische Kontext — der zeitgeschichtliche Aspekt — der ein nicht bewältigter Teil der neueren österreichischen Geschichte sei. 
Zu sehen ist eine umfangreiche Dokumentation der unmittelbaren Nachkriegszeit:
Besatzungszeit Wien 1945-55.
Es folgte ein Schwall an Information, denen wir alle gebannt zuhörten. Interessant war auch, dass die Besucher weniger aus Österreich umso mehr aus Deutschland und Amerika kommen.
Als Highlight kamen wir noch in den Genuss eines vier-minütigen Ausschnittes des Films Der Dritte Mann, der uns auf einem originalen Filmprojektor der 1950er Jahre vorgeführt wurde.

In folgender Galerie sind einige Fotos der Ausstellung von 2018 eingestellt.© Archiv Margit Ramus 

Hier geht es zu einer umfangreichen Galerie der Sammlung.

Angefüllt mit vielen Eindrücken ging es zur AROSA zurück. Drei Damen hatten für den Abend den Besuch eines Konzertes gebucht. Die übrigen genossen nach dem Abendessen den lauen Sommerabend auf dem Oberdeck bei einem Glas Wein. Die viele Sonne und das unverhoffte Erlebnis im Dritte Mann Museum hatten die meisten von uns doch sehr geschafft. 
Vier Damen hatten allerdings ihre Spielleidenschaft kundgetan und fanden sich von nun an jeden Abend zu einer Spielrunde Rummycup zusammen.

Montag 11. Juni      2. Tag in Wien                                                                           

Nach dem Frühstück starteten wir um 9 Uhr 30 mit unserem Bus zum Kunsthistorischen Museum. Schon das Gebäude überwältigt seine Besucher! Nachdem wir durch die opulente Halle gegangen waren, erwartete uns hinter der Skulptur des Theseus von Antonio Canova die bedeutendste Altmeister-Sammlung der Welt. Große Namen bestimmen den Ruhm dieses Hauses: Dürer, Tintoretto, Bruegel, Caravaggio, Rubens, Velazquez, Rembrandt, Vermeer und andere.

Anlässlich des 100. Todestages von Gustav Klimt im Februar 2018 war im Stiegenhaus des Museums eine temporäre Brücke gebaut worden. Sie ermöglichte den Besuchern hinauf, fast bis zur Decke zusteigen und die von Gustav Klimt, seinem jüngeren Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch (Künstler-Compagnie) gemalten Zwickelbilder der Arkaden, aus nächster Nähe zu betrachten. Für mich waren die Arbeiten von Klimt in dem Treppenhaus völlig neu und faszinierend.

Wir hatten genügend Zeit eingeplant, sodass wir auch zwei weitere besondere Ausstellungen besichtigen konnten. “The Shape of Time” zeigte eine Auswahl bedeutender Werke bis 1800 im Dialog mit Leihwerken bedeutender Museen und Sammlungen der Welt aus verschiedenen Jahrhunderten bis zur Gegenwart. Dasselbe Genre von Künstlern aus unterschiedlichen Zeiträumen als Begegnung zwischen alt und neu. Ein gelungenes Experiment.

Ein weiteres kunsthistorisches Ereignis war die Sonderausstellung einer Sammlung aus der Eremitage St. Petersburg. Auch in dieser Ausstellung gab es eine Art Begegnung der bildenden Kunst. Es waren je 14 Werke aus der Gemäldegalerie der russischen Kaiserin Katharina II. (1762-1796) und der Gemäldegalerie von Maria Therese, (ab 1740 Regentin von Österreich) gegenübergestellt. Die besonderen Berührungspunkte der gemeinsamen Kultur waren klar herausgestellt. Einfach bezaubernd die Anordnung der Bilder. (Leider war das Fotografieren nicht erlaubt)
Im Herbst wird diese Ausstellung auch in St. Petersburg zu sehen sein.

Eigentlich wollten wir unsere Mittagspause auf dem Naschmarkt verbringen, aber es war so heiß, dass sich die meisten von uns ein schattiges Plätzchen in den zahlreichen Lokalen im Museums-Quartier suchten. Ein Vergleich mit dem Naschmarkt ließ dies nicht zu, aber der Salat war gut und ein Granatapfelsaft rundete den leichten Imbiss ab.

Köstlicher Granatapfelsaft

Nach der Mittagspause besuchten wir das Leopold Museum mit dem Schwerpunkt Schiele. Das Leopold Museum trägt den Namen seines Gründers, dem Wiener Sammler und Kunstexperte Dr. Rudolf Leopold. Er starb 2010. Im Jahre 1994 hatte er seine Privatsammlung in eine Stiftung gewandelt und seit 2001 ist sie in dem neu errichteten Leopold Museum im Museums-Quartier der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Sonderausstellung Wien um 1900 war leider schon beendet. Aber die Schiele-Sammlung war so umfangreich, dass unser kulinarisches Kunsterlebnis auf volle Kosten kam. Dazu beeindruckten Werke von Gustav Klimt, wie z.B. Tod und Leben, welche in der Epoche Wien um 1900 eine beeindruckende Rolle gespielt hatten. Daneben gab es eine Auswahl kunstgewerblicher Arbeiten von Koloman Moser, Josef Hoffmann und wichtige Exponate von Richard Gerstl und Oskar Kokoschka. Es war beeindruckend! 

Nach einem kurzen Blick von außen auf die Hofburg saßen alle zufrieden im Bus, der uns gegen 17 Uhr an Bord zurückbrachte. 
Der interessante Tag endete wieder mit einem vorzüglichen Abendessen und einem gemütlichen Zusammensein am Heck des Schiffes. Gegen 20 Uhr legte unser Schiff ab und wir ließen Wien noch einmal an uns vorbeiziehen.

Dienstag, 12. Juni        Esztergom, Ungarn                                          
Am Dienstagmorgen erreichten wir Ungarn. Um 9 Uhr holte uns ein Bus ab und wir fuhren nach Esztergom. Esztergom war die ehemalige Hauptstadt von Ungarn und Residenzstadt der ungarischen Könige, mit der größten Kirche Ungarns.
Hier wurden wir von einer ortsansässigen Reiseleiterin geführt. Mit Begeisterung erzählte sie uns die Geschichte und Architektur, des in eine gepflegte weitläufige Parkanlage eingebettete, Doms von Esztergom. 
Der Dom hat eine über eintausend jährige Geschichte. Der Grundstein zum Vorgängerbau wurde 970  auf Anregung des Fürsten Géza gelegt. 
Im Jahre 1000 zu Weihnachten wurde König Stephan als Gründer des ungarischen Staates in Esztergom offiziell mit Erlaubnis des Papstes zum König gekrönt. König Stephan gab daraufhin den Bau einer Kathedrale auf dem Esztergomer Schlossberg in Auftrag, die die Mutterkirche von Ungarn werden sollte. 
Über einen Aufzug gelangten wir zu einem breiten opulenten Zugang zum Dom. 
Im Innern des Doms wurden wir auf die vielen Kunstschätze aufmerksam gemacht z. Bs. der Chor mit dem Hochaltarbild. Auf einem einzigen Stück Leinwand war die Aufnahme Mariä in den Himmel nach dem bekannten Werk von Tizian gemalt. Auch zwei großzügige Wandreliefs aus Bronze zogen unsere Blicke auf sich.
Abschließend machten wir noch einen Sparziergang um den Dom und erlebten einen fantastischen Blick auf das Donauknie. Plötzlich sahen wir unsere AROSA vorbeifahren. Unser Plan sah eine Busfahrt entlang der Donau bis nach Budapest vor, wo uns am Abend unser Schiff wieder aufnehmen würde.

Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir das Kirchliche Museum Esztergom. Hier durfte uns wieder Dr. Westfehling mit seinem umfangreichen Wissen durch die unglaubliche Sammlung führen. In den Ausstellungsräumen hingen ohne große Sicherheitsvorkehrungen Werke von: Memling, Botticelli, Benvenuto, Tizian, Ittenbach, Waldmüller u.a. Außerdem ein wunderschöner Wandteppich, der in den Jahre 1998-2000 zu Ehren des Millenniums der Staatsgründung Ungarns gearbeitet worden war. Thematisiert war König Heiliger Stephan und sein Werk.

Die Fotos in der folgenden Galerie möchten einen kleinen Einblick in das kleine, aber feine Museum vermitteln. © Archiv Margit Ramus

Nachdem wir die angenehme Kühle des Museums verlassen hatten fuhren wir mit unserem Bus durch die Landschaft, die zu den schönsten Ungarns gehört. Bei Visegrád (Wischegrad) sahen wir die restaurierten Reste der einst prächtigen Felsenburgruinen
In der Mittagspause wurde uns in einem in den Bergen gelegenen Restaurant ein köstliches landesübliches Menü serviert. Schon die Vorsuppe, eine Art Gulasch-Bohnen-Suppe mit sehr viel Bohnenkraut, schmeckte  ausgezeichnet. Als Hauptgericht wurde ein Hirschbraten mit Klößen serviert und der köstliche Nachtisch ließ alle Vorsätze vergessen.

Gestärkt fuhren wir nach Szentendre, dem „Tor des Donauknies“. In der malerischen Altstadt besuchten wir eine griechisch-orthodoxe Kirche, die uns die wechselhafte politisch-religiös-kulturellen Geschichte Südosteuropas bewusst machte. 
Beim Schlendern durch die hübschen Gassen erstand die eine oder andere Teilnehmerin unserer Gruppe, eine hübsche Bluse, ein Kleid, ein Umhang, eine Tasche oder ein aparter Halsschmuck. Auch das Eis auf der Hand war köstlich. Rundherum ein harmonischer Tag, an dem wohl jeder auf seine Kosten gekommen war.

Am Nachmittag erreichten wir Budapest und bekamen bei einer kurzen Stadtrundfahrt einen ersten Eindruck von dieser vielschichtigen Stadt. Auf dem Heldenplatz waren Vorbereitungen für eine Veranstaltung im Gange und eine Bühne wurde errichtet, trotzdem konnten wir die halbkreisförmige zweiteilige Säulenhalle mit den Statuen der ungarischen Könige, Fürsten und Feldherrn sehen. Auf den beiden internen Ecken der Säulenhalle steht links das „Kampfgespann des Krieges“ und rechts der „Wagen des Friedens“. Auf der im Mittelpunkt stehende 36 Meter hohen Säule erhebt sich die Bronzefigur des Erzengels Gabriel mit ausgebreiteten Flügeln.
Wir streiften das Opernhaus und viele historische Gebäude. Dann ging es zur AROSA.

Um 19 Uhr trafen wir uns, wie jeden Abend zu dem gemeinsamen Abendessen auf dem Schiff. Das Essen war vorzüglich und der Nachtisch mal wieder eine Sünde wert. 

Mittwoch, 13. Juni       Budapest, Ungarn

Unsere Stadtrundfahrt vom Vortag setzen wir fort. Ich möchte einmal die Reiseinformation zitieren:

„In der Doppelstadt „Buda-Pest“ erwartet uns eine Metropole, die von ihrer Ausstrahlungskraft und ihrer historischen ebenso wie kulturellen Bedeutung her als „Gegenpol“ zum „Lebenszentrum“ Wien verstanden werden kann. In Budapest haben die Habsburger ebenso wie die Osmanen ihre prunkvollen Spuren hinterlassen. Zusammen mit Kennzeichen des sowjetischen Sozialismus ergibt sich eine spannungsvolle, kulturell bunte und lebhafte Mischung, die etwas Faszinierendes hat!“

Blick auf das Parlamentsgebäude von Budapest. Foto auf einer Reise im Jahre 2012 © Archiv Margit Ramus

In der Innenstadt sind sehr viele Grünflächen und ein alter Baumbestand säumt viele Straßen, wie die Bilder in der folgenden Galerie zeigen. Alle Fotos 2018 © Archiv Margit Ramus

 

Dem zitierten Text und den Bildern ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, bis auf die Erkenntnis, dass unser Aufenthalt in dieser Stadt viel zu kurz war, um auch nur einen kleinen Teil näher kennen zulernen. Trotzdem packte unsere Reiseleitung sehr viel in diesen Besuch rein. 
Über die Elisabethbrücke gelangten wir zum Gellért-Berg in Buda und zum Burgpalast mit der St Michaels-Kirche. Der Burgpalast ist das größte Gebäude Ungarns und eine beliebte Sehenswürdigkeit der Hauptstadt. Die königliche Residenz ist von allen Richtungen gut zu erkennen und man hat einen unglaublichen Blick auf die Stadt und die Donau. Genutzt wird der Burgpalast heute überwiegend von Museen, aber auch für repräsentative Anlässe der ungarischen Regierung.

Leider drängte die Zeit ein bisschen, denn gegen 14 Uhr mussten wir wieder an Bord sein. Mit dem Bus fuhren wir zum Palast der Künste am Donauufer. Das Gebäude mit einer klaren Linienführung und einer mächtigen Glasfront war nach einer kurzen Bauzeit im März 2005 eröffnet worden. Das Bauwerk selbst bietet bereits einen hohen Anspruch an die Kunst. Im zentralen Flügel befindet sich der Nationale Bela Bartók Konzertsaal. 
Im Ostflügel ist das Nationaltheater eingerichtet und im Westflügel das Museum Ludwig, dem unser Besuch gilt. Zeitgenössische internationale und ungarische Kunst, zusammengetragen von Irene und Peter Ludwig, bilden den Schwerpunkt dieses architektonisch so großzügig angelegten Museums. 
Unserer Gruppe als „Vertreter“ der Freunde des Ludwig-Museum Köln wurde von der deutschsprechenden Kuratorin persönlich und sehr erfreut empfangen und durch die interessante Ausstellung geführt. 

Nach dem Besuch fuhren wir zurück zum Schiff und nutzten nach einem kleinen Mittagessen den restlichen Nachmittag zur freien Verfügung auf dem Schiff und Schiffsdeck.
Gestärkt wieder mal durch ein köstliches Abendessen fanden sich viele Gäste auf dem Deck ein und warfen einen letzten Blick auf die Monumentalbauten wie z.Bs. das Parlamentsgebäude. Nicht zu vergessen, die Kettenbrücke sowie die Margit-Brücke.

 

 Donnerstag, 14. Juni       Bratislava, Slowakei                                     

Die slowakische Hauptstadt Bratislava (deutsch: „Pressburg“) liegt am Dreiländereck mit Österreich und Ungarn. Dr. Westfehling sagte, dass Bratislava das historische und kulturelle Panorama unserer Reise abrunden würde, obwohl Bratislava immer im Schatten von Wien und Prag gestanden haben soll. 
Nicht weit von unserer Anlegestelle entfernt wurden wir von unserer slowakischen Reiseführerin empfangen. Bei leichtem Nieselregen, (das erste Mal auf unserer Reise) stiegen wir gleich in einen kleinen Waggon des Touristenzugs, der uns in seiner Art auch von Köln bekannt ist. Die sympatische Dame erzählte uns im Schnellgang die umfangreiche Geschichte der Stadt.
Bratislava war 1536 zur Hauptstadt des Königreichs Ungarn ernannt worden. Insgesamt wurden hier 11 Könige und 8 Königinnen gekrönt, darunter auch Maria Theresia im Jahre 1741. Deren Sohn Joseph II. ließ jedoch 1783 die Kronjuwelen nach Wien schicken und verlegte wichtige Regierungsbüros nach Budapest. In Folge zogen die meisten Adeligen von Bratislava nach Wien oder Budapest. 
Wir erfuhren das Bratislava von 1536 bis 1783 und 1848 Hauptstadt des Königreichs Ungarn sowie von 1939 bis 1945 Hauptstadt der (ersten) slowakischen Republik gewesen war. 1968 wurde Bratislava Hauptstadt des Teilstaates Slowakische Sozialistische Republik, in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik und kurz (1990–1992) in der Tschechischen und Slowakischen Förderer. Seit 1993 ist sie Hauptstadt des selbständigen Staates Slowakei.

Ein kleiner Einblick in die recht hübsche Stadt. Fotos 2018 © Archiv Margit Ramus

Der kleine Zug führte uns zur Burg Bratislava dem Wahrzeichen der Stadt. Der Bau begann bereits im 10. Jahrhundert. Die Burg schützte das Königreich Ungarn gegen böhmische und deutsche Angriffe. Sie widerstand auch einem Mongolenangriff in den Jahren 1241/42. Im 14. Jahrhundert ordnete König Sigismund an die Burg als Festung umzubauen. Deutsche Ingenieure entwarfen die bis dato größte Burg des Landes.
Im Jahre 1740 verwandelte Maria Theresia die Verteidigungsburg zu einer königlichen Residenz. 
Durch Kanonen von Napoleon wurde die Residenz 1811 größtenteils zerstört.
Der Wiederaufbau fand in Jahren 1955 bis 1968 statt. Vor kurzem wurde sie noch einmal restauriert und bekam einen weißen Außenanstrich.
Von der Burg hatte man einen grandiosen Rundblick über Bratislava.

Auch die sozialistischen Plattenbauten geben dieser Stadt eine ganz eigene spannungsvolle Atmosphäre. Sie werden seit einigen Jahren rundum saniert und viele Wohnungen haben bereits einen gehobenen Standard. Die Reiseleiterin betonte, dass diese Wohnsiedlungen nicht mit dem Klischee der Plattenbauten zu vergleichen sei, sondern bei der Bevölkerung sehr beliebt sei und ein Wohnen dort angestrebt würde.
Wir fuhren mit dem Bus zurück zum Hauptplatz der Stadt. Wir warfen einen Blick zum Nationaltheater, das Alte Rathaus, den Maximilianbrunnen und das berühmte Hotel Carlton.  
Es folgte ein Besuch des Nationalmuseums im Palais Esherházy sowie des Primatialpalais. In dessen Spiegelsaal war nach der Schlacht von Austerlitz der Friedensvertrag unterzeichnet worden.

Sehr angetan, von dieser gepflegten, modernen Stadt stiegen wir wieder in einen Bus. Unser nächstes Ziel für heute war Danubiana. 
Niemand aus unserer Gruppe hatte damit gerechnet, was uns knapp 20 km von Bratislava entfernt erwartete.. 
Danubiana ein Museum für zeitgenössischer Kunst
Es war von dem holländischen Kunstsammler Gerard Meulensteen aus Eindhoven und dem slowakischen Galeristen Vincent Polakovic gegründet und im Jahre 2000 eröffnet worden.

 

Die einzigartige Lage im Dreiländereck und die gelungene Einbettung in die Natur- und Flusslandschaft ermöglichen den Besuchern eine außergewöhnliche Sicht auf die Kunstwerke bedeutender internationale Künstler. Alle waren begeistert. Ein besonderer Augenschmaus bot der Skulpturenpark. Erinnerungen an den Besuch des Lousiana in Stockholm waren sofort gegenwärtig.
Dem besonderen Kunstgenuss war nur wenig Zeit eingeräumt und so mussten wir uns leider schnell verabschieden. 

Nach dem gemeinsamen Abendessen auf dem Schiff ließen wir den Tag wieder bei einem Glas Wein ausklingen.

 Freitag, 15. Juni   Wachau und Melk

Nach dem Frühstück genossen wir die erneute Durchfahrt durch die Wachau, die als Landschaft zum UNESCO-Welterbe zählt. 36 Kilometer werden durch seine Aprikosenhaine, Weinreben und schroffe Felsen zauberhaft in Szene gesetzt.

Gegen Mittag erreichten wir Melk. Ein letzter Landgang war angesagt. Nur wenige Minuten mit dem Bus brachten uns zum über der Donau gelegenen Klosterkomplex. 
Ein bisschen müde von den vielen Sehenswürdigkeiten durchstreiften wir das „Museum Melk“: bestaunten den vielteiligen mittelalterlichen Jörg-Breu-Altar und die Bibliothek.

Folgende Bildgalerie zeigt Foto des Klosters Melk.  Fotos 2018 © Archiv Margit Ramus

 

Dann ging es zurück aufs Schiff, nach dem Abendessen genossen wir den letzten Abend auf „Hoher See“. Es war sehr schön an Bord gewesen, das Angebot am Buffet hatte sich jeden Tag noch ein wenig gesteigert.

Samstag, 16. Juni   Ende der Schiffsreise 

Am frühen Morgen sollten wir eigentlich mit unserer AROSA Bella wieder in Engelhartszell anlegen. Aber gegen 5 Uhr in der Früh wurde ich wach, als unser Schiff vor einer kleinen Anlegestelle zum Stehen gekommen war. Noch konnte ich nicht wissen, dass die 11. Schleuse, die unser Schiff auf den 579 km von Budapest bis Engelhartszell durchlaufen musste um die 201 Meter Höhenunterschied auszugleichen, eine technische Störung hatte. Inzwischen warteten schon einige Schiffe auf die weitere Durchfahrt.

Ich schaute aus meinem französischen  Balkon und wurde Zeuge eines unvorhergesehen Geschehen. Der kleine Ort, dessen Namen ich leider vergessen habe, war Austragungsstätte eines Wettbewerbs der Österreichischen Feuerwehr auf der Donau. Ein großes Zelt und Bierpavillions waren direkt am Ufer aufgebaut. An der Anlegestelle war ein kleines Schiff angelegt. Bierflaschen auf dem Deck zeugten von einer nächtlichen Feier. Davor war in zweiter Reihe ein kleiner Kahn festgemacht. Zu dieser frühen Stunde schliefen die Feuerwehrleute jedoch noch alle.

Auf einmal sah ich die Ursache des Geräuschs, von dem ich aufgewacht war. Auf  Deck der AROSA standen Matrosen und warfen immer wieder einen Strick, an dessen Ende ein metallener Gegenstand befestigt war, gegen die Kabine des kleinen Schiffs. Aber niemand erwachte. Erst nach erheblichen Versuchen wurde plötzlich der kleine Ort wach, von überall kamen junge Feuerwehrleute, noch jedoch nicht ganz ordnungsgemäß gekleidet waren ans Ufer. 
Fast zwei Stunden dauerte das Manöver, bis dass der Anleger frei war und die AROSA anlegen konnte. Eine allgemeine Durchsage informierte alle Gäste über die veränderte Situation. Die Busse für die Reisenden wurden von Engelhartszell die zwanzig km nach Acchen?? umgeleitet und auch unser Bus würde uns hier abholen.

Nach einem letzten Frühstück nahmen wir Abschied von diesem schönen Schiff. 
Als alle Koffer im Bus verstaut waren fuhren wir ca. 2 Stunden nach Regensburg
Regensburg, eine Stadt, der noch der Hauch der Habsburgermonarchie anhaftet und als Sitz des „immerwährenden Reichstags“ ein wichtiger Ort des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gewesen war, rundete unsere Reise ab.
Wir sparzierten durch die Altstadt mit vielen schönen kleinen und großen Geschäfte, besichtigten den Dom und die Steinerne Brücke. Regensburg war im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört worden, deshalb war auch das Schlendern durch die engen Gassen der Stadt ein besonderes Vergnügen. 
Zur Mittagspause strömten alle auseinander und wie durch Zufall fand sich die halbe Gruppe in einem Hinterhof eines Salat-Restaurant wieder. Die Zeit reichte aus anschließend noch ein Straßencafé zu besuchen. 

Nach der Mittagspause stand ein Besuch des historischen Rathauses auf dem Plan und entpuppte sich noch einmal als Highlight. Eine ortsansässige Kunsthistorikerin berichtete sehr emotional über den historischen Kontext dieses Hauses und den „immerwährenden Reichstag“. Wir besichtigten die vielen holzgetäfelten Räume und den großen Saal.

Endlich wieder im Bus, entschieden wir den Besuch der Walhalla“ auf diesen Tag vorzuziehen. Das imposante, weithin sichtbare, Bauwerk befand sich auf einer Anhöhe, in unmittelbarer Nähe unseres Hotels. Einst von König Ludwig in Auftrag gegeben, ist die Walhalla dem Andenken vieler Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ geweiht. 
Die Baugestalt, die einem antiken Tempel entspricht, führte uns noch einmal vor Augen, welchen Stellenwert das Traditions-Bewusstsein im Denken des „alten Europas“ eingenommen hat. Kronprinz Ludwig I. der bayrische Thronfolger gab im Jahre 1807, wenige Tage nach dem Besuch im Atelier des klassizistischen Bildhauers Johann Gottfried Schadow, diesem und einigen anderen Berliner Bildhauer den Auftrag, Büsten von Zeitgenossen und Persönlichkeiten zu arbeiten. Heute sind 142 Büsten ausgestellt.

Am frühen Abend erreichten wir Donaustauf, unsere letzte Station auf dieser Reise. Wir ließen diese wunderschöne, entspannende und gemütliche Reise ausklingen bei einem gemeinsamen Abendessen in unserem exklusiven Hotel Försters Posthotel in Donaustauf

Sonntag 17. Juni           Donaustauf –Köln

Noch einen letzten Blick auf die Donau, dann machten wir uns auf den Weg Richtung Norden und erreichten Köln um 16 Uhr 30. Pünktlich zum Anstoß der deutschen Mannschaft gegen Mexiko der Fußballweltmeisterschaft 2018 schaltete ich meinen Fernseher ein.
Der Alltag hatte mich und die anderen Teilnehmer*Innen wieder.
Danke an alle Beteiligten und besonders an Barbara Streit und das Team des First Reisebüros Köln. Es war eine perfekt organisierte Reise und dank der vielen netten Leute, die uns begleiteten sehr schön!

© Margit Ramus